Dem Tiger auf der Spur

Aller guten Dinge sind drei, daher hier der dritte und letzte Bericht über unseren Rajasthan-Roadtrip.

Jaipur
Die Pink City ist bekannt für ihre mächtigen Forts, den Palast der Winde (hinter dessen Fassade die Haremsdamen des damaligen Herrschers das Treiben auf der Strasse verfolgen durften) und unzählige Bazars.

Palast der Winde, Jaipur
Palast der Winde, Jaipur

Ranthambore National Park
Auf Empfehlung von Walter’s Reisememo (und auch weil unser Zugticket nach Varanasi immer nur auf Warteliste blieb und zudem Pushkar schon spirituell genug war) wollten wir uns – nach all den Kühen – einen Tiger gönnen.

Zuerst kündigte er sich nur durch seine Spuren an…

Tiger Spuren im Sand
“Deine Spuren im Sand”

…dann schlug der schwarzgesichtige Langur, der sich als blinder Passagier in unseren offenen Bus gesetzt hatte, plötzlich Alarm…

Affiger Beifahrer
Schwarzgesichtiger, blinder Passagier

…die Hirsche verloren ihre Gelassenheit und beendeten ihr Bad…

Springende Hirsche
Fertig gebadet

…und dann war sie da, die bengalische Tigerin (es gibt 36 Tiger im Park, derzeit; wir mussten drei Safaris unternehmen, um endlich einen zu sehen). Leider etwas weit weg von der Linse, aber immerhin.

Tiger Lady
Tiger Lady

Und dann noch das teuerste Geschenk, das einer Frau (die zudem bereits tot war…) je gemacht wurde:

Der Taj Mahal in Agra. Da braucht es keine weiteren Worte mehr…

Taj Mahal von Westen
Taj Mahal von Westen
Sibylle und der Taj
Sibylle und der Taj

Heilige Stadt, heilige Kuh

Liebe Familie, liebe Freunde: Wir bleiben in Indien und kehren nie mehr zurück!

(das ist doch mal ein Einstieg, oder? Madame meint, im letzten Blogeintrag sei zu wenig zum Ausdruck gekommen, wie gut es uns in Indien gefällt, darum soviel zur Klärung: Es ist herrlich hier in Rajasthan. Das (meist vegetarische und sehr günstige) Essen ist ausgezeichnet, der Magen-Darm-Trakt hält sich wacker, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit (und sehr neugierig ggü. uns gora), das Land generell sehr abwechslungsreich und wir sammeln täglich farbenfrohe Eindrücke. Aber die bekannten Klischees stimmen: Auf den Strassen überall kackende Kühe, wirblige Händler und viel Gebettel…)

Verkehrsteilnehmer, Pushkar

Udaipur
Die weisse Stadt oder Stadt der Seen ist derart schön, man möchte sie am liebsten nie mehr verlassen. Es gibt unzählige Paläste und viele Rooftop-Restaurants, von denen man auf den Pichola-See sieht, wo es 1983 schon Roger Moore zu Octopussy’s Lake Palace hinzog (anders als in Vang Vieng läuft darum statt Friends überall der Bond-Streifen).

Udaipur by night

Nicht verpassen sollte man eine Bootsfahrt auf dem See sowie die abendliche Folklore-Show im Bagore Ki-Haveli.

Aber nach 3 Nächten (wir empfehlen ein Seesicht-Zimmer (30$) im Mewar Haveli und insb. dessen Dachrestaurant – dort wartet man auch nicht stundenlang auf Bedienung, Essen und Rechnung wie in vielen anderen Restaurants in Indien) mussten wir dann doch weiter.

Pushkar
Die heilige Stadt ist, wie erwartet, hochgradig spirituell. Alkohol und Fleisch gibt es nicht, dafür barfüssige israelische Hippies, hennagefärbte Damen mittleren Alters im fortgeschrittenen Stadium der Selbstfindung, aufdringliche (selbsternannte?) brahmanische Priester – und eine entspannte, wirklich schöne Atmosphäre am Sarovar-See.

Sarovar Lake Pushkar

Man kann dem ganzen “Gschpürsch-mi” auch ganz gut entfliehen, indem man auf Kamelsafari geht. Oder den Blog aktualisiert 😉

In Pushkar meditieren sogar die Affen!

Hotels und Backpackerabsteigen gibt es viele, aber kaum gute (wir haben uns 9 angesehen…!!). So blieben wir eine Nacht im Seventh Heaven (mit gutem Rooftop-Restaurant) und eine im Dia (die beide Mr Anoop gehören). Das Zimmer im Seventh Heaven war mit 11 Stutz das billigste unserer bisherigen Reise…und hatte trotzdem heisses Wasser, was in Indien nicht immer gegeben ist. Auch das Restaurant Raju am Main Bazaar ist sehr gut.

Weitere Fotos von unserem Rajasthan-Roadtrip sind auf Flickr zu finden.