Auf den Spuren von Justin Timberlake

Verglichen mit anderen Regionen in Italien ist Apulien wenig bekannt. Zu unrecht, wie wir finden. Der Stiefelabsatz weiss zu begeistern mit schönen weissen Städtchen, die meist auf einem Hügel stehen…

Locorotondo
Locorotondo

…mit maledivenartigen Stränden und nicht zuletzt mit Hotels, welche imposante Poollandschaften aufweisen. Daher sprachen wir schon bald nur noch von Ampoolien.

Man nehme als Beispiel die Tenuta Centoporte in der Nähe des Hafenstädtchens Otranto.

Ampoolien
Ampoolien

Das Mass aller Dinge ist aber sicher das Borgo Egnazia Resort. Dieses ist im Prinzip ein apulisches Dorf, das als Hotel fungiert, und verfügt über ganze vier Pools, wovon einer beheizt ist. Der absolute Luxus. Letztes Jahr hat Justin Timberlake hier seine Jessica geehelicht, und dafür angeblich 6.5 Million $ hingeblättert, also für das Hotel, nicht für die Jessica. Wir haben etwas weniger bezahlt, durften aber trotzdem im Pool baden. Definitiv eines der Top 3-Hotels bisher.

Pool Nr. 1 und 2
Pool Nr. 1 und 2

Auch die grösseren Städte lohnen einen Besuch, so z.B. Lecce. Dort gibt es auf der Piazza Duomo einen 68 Meter hohen Kirchturm, und rundherum zahlreiche verwinkelte Gassen. Oder der Klassiker – Alberobello, mit seinen Trulli.

Nonna ed il suo trullo
Nonna ed il suo trullo

Schliesslich Gallipoli, im Westen Apuliens. Das Städtchen liegt am Meer, und darum gibt es dort auch einen Fischmarkt. Die Fischer dort pflegen allerdings einen lokalen, für das ungeübte Ohr nahezu unverständlichen Dialekt.

Gallipoli
Gallipoli
Zum roten Hahn
Zum roten Kater

In Apulien kann man nicht nur baden, sondern auch hervorragend essen, z.B. in der Osteria di Chichibio in Polignano a Mare (unweit des Borgo Egnazia) oder in der Trattoria Gatto Rosso in Taranto.

Polignano a Mare
Polignano a Mare

Weitere Fotos auf Flickr.

Vom Mond in die blaue Lagune (Island, Teil 2)

Im zweiten Teil unserer Reise durch Island verlor der isländische Sommer zwar etwas von seiner Intensität, die Vielfältigkeit der Landschaft wurde dafür immer grösser.

So machten wir uns am 8. Tag auf, den Geländewagen seiner Bestimmung zuzuführen, nämlich einer Fahrt zur Askja, der Mondlandschaft im Hochland, die mit normalen PKWs nicht befahren werden darf.

To the moon, please
To the moon, please

Mehrere Flussdurchquerungen später…

River deep, Mountain high (Herðubreið im Hintergrund)
River deep, Mountain high (Herðubreið im HIntergrund)

…erreichten wir dann die Askja mit dem Krater Víti, in welchem auch gebadet werden kann.

Mondlandschaft Askja mit Krater Viti
Mondlandschaft Askja mit Krater Víti

Abends gings nach Seydisfjördür, ein Kaff ganz im Osten Islands gelegen (wo auch die Fähren, die aus dem restlichen Europa kommen, anlegen), beliebt bei Künstlern, Freaks und anderen bemerkenswerten Gestalten, wie das Dinner im Bistro Skaftfell zeigte.

Seydisfjördur Skyline
Seydisfjördur Skyline

Tags darauf erkundeten wir die Ostfjorde weiter und nächtigten schliesslich in Eskifjördur

Ein Tag am Meer (Eskifjördur)
Ein Tag am Meer (Eskifjördur)

…in einem kleinen Cottage auf dem Hof Mjoeyri, wo die Besitzer neben vielen anderen Tieren auch ein verwaistes Polarfuchsbaby aufziehen.

Polarfuchs
Polarfuchsbaby

Von dort ging es weiter nach Höfn, bekannt für seinen Hummer. Die Hummervariationen im Pakkhús sind empfehlenswert.

Zwischen Höfn und Vík liegt die Gletscherlagune Jökulsárlón, bekannt aus mehreren James Bond-Filmen. Die schwimmenden Eisberge geben ein spektakuläres Bild ab.

Eisberge im Jökulsarlon
Eisberge im Jökulsárlón
Jökulsárlón mit Breiðamerkurjökull im Hintergrund
Jökulsárlón mit Breiðamerkurjökull im Hintergrund

Weiter westlich dann der Nationalpark Skatfafell, in dem man gut wandern und den Wasserfall Svartifoss bestaunen kann.

Ein Highlight dann sicherlich das Dorf Vík í Myrdal. Hier stehen die beachtlichen Basaltfelsen Reynisdrangar.

Reynisdrangar
Reynisdrangar (von Osten gesehen)
Reynisdrangar (von Westen)
Reynisdrangar (von Westen gesehen)

Die Lundis kann man hier sehr gut im Flug beobachten, wenn sie ins Meer stechen, um Nahrung zu holen.

Lundi im Anflug
Lundi im Anflug

Gleich daneben der südlichste Punkt Islands, die Halbinsal Dyrhólaey.

Dyrhólaey - südlichster Punkt Islands
Dyrhólaey – südlichster Punkt Islands

Von dort ging es dann direkt weiter nach Reykjavík, der wohl einzigen Hauptstadt Europas wo die Einkaufsstrasse nicht gleich ausschaut wie sonst überall.

Laugavegur, Reykjavík
Laugavegur, Reykjavík
Reykjavík's Skyline spiegelt sich im Stadtsee Tjörnin
Reykjavík’s Skyline spiegelt sich im Stadtsee Tjörnin

Nach dem obligaten Bad in der blauen Lagune flogen wir entspannt und erholt wieder nach Hause.

Blaue Lagune
Blaue Lagune

Alles in allem hat es uns hervorragend gefallen in Island. Unsere Route (siehe unten) können wir zur Nachahmung empfehlen. Der Abstecher in die abgelegenen Westfjorde muss allerdings nicht unbedingt sein, wenn man wenig Zeit hast bzw. nicht so weit fahren möchte (Lundis sieht man mit etwas Glück auch in Vík von ganz nah). Wer nur die absoluten Highlights sehen will, schafft das auch in einer Woche. Und einen Geländewagen braucht man nicht. Den Abstecher in die Askja kann man auch organisiert machen.

Alle Fotos der Island-Rundreise sind nun auf Flickr.

Die Route im Detail:

  1. Tag: Reykjavík – Goldenes Dreieck (Geysir, Gullfoss, Thingvellir) – Reykjavík (Dinner im Rest. Laekjarbrekka (gut); Übernachtung im Pisa Guesthouse (ok))
  2. Tag: Reykjavík – Borgarnes – Halbinsel Svaefellsnes – Grundarfjördur (Hotel Framnes eher nicht zu empfehlen, ist aber das einzige im Ort)
  3. Tag: Grundarfjördur – Látrabjarg (Guesthouse Bjarkarholt (ok))
  4. Tag: Látrabjarg – Thingeyri – Isafjördur (Dinner im Tjöruhusid (sehr gut); Hotel Isafjördur (gut))
  5. Tag: Isafjördur – Holmavík – Hvammstangi (Welcome Hotel (gut))
  6. Tag: Hvammstangi – Halbinsel Vastnes – Akureyri – Hotel Raudaskrida (sehr gut; auch Dinner)
  7. Tag: Raudaskrida – Myvatn – Dettifoss – Whale Watching in Húsavík (Rest. Gamla Baukur (gut)) – Hotel Raudaskrida
  8. Tag: Raudaskrida – Askja (Lunchpaket nicht vergessen!) – Seydisfjördur (Dinner im Hotel Aldan (gediegen) oder Bistro Skaftfell (schräg, aber gut); Hotel Aldan (sehr gut))
  9. Tag: Seydisfjördur – Eskifjördur (Cottage auf dem Hof Mjoeyri)
  10. Tag: Eskiflördur – Höfn (Dinner im Pákkhus (sehr gut); Höfn Inn Guesthouse (ok))
  11. Tag: Höfn – Jökulsarlón – Skaftafell (Fosshotel Skaftafell buchen, oft ausgebucht, da wenig Alternativen)
  12. Tag: Skaftafell – Vík (Hotel Hofdabrekka (gut))
  13. Tag: Vík – Reykjavík (Dinner im Grillmarket (sehr gut); Luna Hotel Apartments (ok))
  14. Tag: Reykjavík – Blaue Lagune – Flughafen Keflavík (Rückflug)

Im ewigen Nordlicht Islands

Nun sind wir schon über eine Woche in Island (das Gepäck kam nach 2 Tagen schliesslich auch noch an) und umrunden die Insel aus Feuer und Eis im gemieteten Geländewagen.

Eines vorweg: Das Wetter ist unerträglich. Den ganzen Tag (und fast die ganze Nacht durch) scheint die Sonne, und das Thermometer kratzt täglich an der 20°-Grenze…wie soll man das bloss aushalten? 🙂

Reykjavik, Tjörnin
Reykjavík, Tjörnin

Aber das ist nicht das einzige, was hier nicht stimmt. Im Freilichtmusem Árbær in Reykjavík trafen wir Schafe mit 4 Hörnern…

4-hörniges Schaf
4-hörniges Schaf

…andernorts schiesst heisses Wasser bis zu 70 Meter hoch aus dem Boden…

Geysir
Geysir

…nur um an anderer Stelle tosend zu Tale zu krachen.

Gullfoss
Gullfoss

Tags darauf machten wir uns nordwärts auf den Weg zur Halbinsel Snæfellsness, wo man Robben und Vögel beobachten kann.

Robben
Seehund, gemeiner

Nach so viel fettigem Getier empfiehlt sich eine kurze Rast im Restaurant Arnarbaer in Arnarstapi, wo es “richtigen” Kaffee und hausgemachten Kuchen gibt.

Restaurant Arnarbaer, Arnarstapi
Restaurant Arnarbaer, Arnarstapi

An Tag 3 dann die Westfjorde. Hier weiss der Vogelfelsen Látrabjarg zu begeistern. Die putzigen Lundis (dt.: Papageientaucher, engl.: Atlantic Puffin) brüten hier zu Tausenden. Sie sind übrigens nicht nur hübsch anzusehen, sie schmecken auch ganz lecker.

Lundi
Lundi

In den Westfjorden ist vom Tourismus noch nicht so viel zu spüren. Karge Landschaften, durch die sich Schotterstrassen schlängeln, ab und zu ein Wasserfall…

Dynjandi Wasserfall, Westfjorde
Dynjandi Wasserfall, Westfjorde

…dann wieder ein Fischerdorf. Es empfiehlt sich ein Stop im Kaffihusið Simbahöllin in Þingeyri. Dort gibt es, neben verschiedenen Suppen, belgische Waffeln als Hausspezialität.

Kaffihusið Simbahöllin
Kaffihusið Simbahöllin, Þingeyri

Am 4. Tag erreichten wir Isafjörður, den etwas grösseren Fischerort weiter nördlich. Dort trinkt man ein Bierchen im Faktorshus und lauscht der Livemusik im Garten.

Faktorshus
Faktorshus

Zum Abendessen geht man ins Tjöruhusið (ältestes Haus in ganz Island), wo es ein All-you-can-eat-Fischbuffet gibt, das primär von Einheimischen (und ein paar TripAdvisor-Lesern) besucht wird.

Älteste Häuser Islands in Isafjördur
Älteste Häuser Islands, Isafjörður

Am 5. Tag verliessen wir die Westfjorde nach einem Stop in Hólmavík und einem islandüblichen Suppen-und-Salatbuffet-Lunch im Café Riis wieder und gelangten nach Hvammstangi, wo wir das Seehundemuseum besuchten.

Tag 6: Von Hvammstangi aus bietet sich eine Umrundung der Halbinsel Vastnes an. Man sieht dort ebenfalls Seehunde, zahlreiche Vögel, Ponys,

Pony mit ebensolchem
Pony mit ebensolchem

einen imposanten Schaftrenner…

Schaftrenner
Schaftrenner

…und die Felsformation Hvitserkur.

Hvitserkur
Hvitserkur

Von dort ging es weiter nach Akureyri, dem grössten Ort in Islands Norden, wo es jedoch neben einem Kunstmuseum, einem botanischen Garten und ein paar netten Restaurants nicht allzu viel zu erleben gibt.

Am siebten Tage kamen wir zum Myvatn, dem Mückensee, bekannt für seine Vogelvielfalt. Etwas weiter östlich brodeln die Schwefelfelder von Námaskarð. Das längere Aushalten des dortigen Gestanks wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

Schwefelfelder von Námaskarð
Schwefelfelder von Námaskarð

Weiter nordöstlich dann der gemäss Wikipedia “leistungsstärkste” Wasserfall Europas, der Dettifoss. Ein eindrückliches Naturschauspiel.

Dettifoss, Autor in klein
Dettifoss, Autor in klein

Den Tag beschlossen wir mit etwas Whale Watching in Húsavík. Und tatsächlich: Wir sahen etwa 7 Buckelwale; einer liess sich sogar zu einem Sprung hinreissen. Fürs Foto hats immerhin für einen Buckel und eine Schwanzflosse gereicht.

Buckelwal
Buckelwal
Heckflosse, Spoiler
Heckflossenspoiler

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Weitere Mitglieder und auch Corporate Partner sind herzlich willkommen.

Und: Am Samstag, 14. Mai 2011 verkaufen die Moneypennys von 10-16 Uhr “Shabby Chic” und “Vintage Hip” unter den Arkaden des Metropol, am Rande des Flohmarkts am Bürkliplatz.

Alles hat ein Ende

Die grosse Reise ist vorbei, und wir sind wohlbehalten wieder in Old Helvetia angekommen (der Kultur- und insb. Preisniveauschock ist nach 5 Wochen Indien durchaus eingetreten).

39’272 Flugmeilen plus ein paar hundert halsbrecherische Buskilometer brachten uns in 10 Länder (Argentinien, Chile, Bolivien, Brasilien, USA, Singapur, Vietnam, Laos, Kambodscha und Indien) und 2 spezielle admin. Regionen Chinas (Hong Kong und Macao).

Was hat uns denn nun am besten gefallen? Unerwarteterweise sind wir uns ziemlich einig: Es waren die Nationalpärke Torres del Paine im chilenischen Patagonien sowie Eduardo Avaroa mit dem Salar de Uyuni in Bolivien.

Lago Pehoe, Torres del Paine
Lago Pehoe, Torres del Paine
Laguna Colorada, Bolivien
Laguna Colorada, Bolivien

Dann ganz klar Rajasthan, mit seiner Farbenvielfalt und der hervorragenden Küche.

Indian Ladies
Indian Ladies
Gadisar Lake, Jaisalmer
Gadisar Lake, Jaisalmer

Und vielleicht noch Angkor Wat, wenn es nicht so überlaufen und kommerzialisiert wäre.

Angkor Wat
Angkor Wat (mit Millionen anderen...)

Weniger gut gefallen – vom Essen und vom Ort Hoi An abgesehen – hat uns Vietnam. Die Landschaft zu eintönig, die Städte zu hektisch und leider auch das Wetter meistens schlecht.

Von den Städten hat uns Hong Kong am meisten begeistert (obwohl es viel zu kalt war).

Wong Tai Shin, Hong Kong
Wong Tai Shin, Hong Kong

Auch Buenos Aires und Miami werden wir vermissen. Und das schöne Udaipur, das sich allerdings nicht wie eine Stadt anfühlt.

Udaipur
Udaipur

Bestens in Erinnerung bleiben uns die fleischlichen Genüsse Argentiniens und ebenso die Freundlichkeit der Menschen in Laos und Indien. Und natürlich auch die ganzen anderen Eindrücke, die wir gesammelt haben.

Meet the Guru
Goodbye, Guru

An dieser Stelle ein paar Worte des Dankes:
– an alle treuen Blog-Leser, für das Interesse und das Feedback via Blog, Facebook oder Mail
– an alle Tippgeber, ganz besonders an Indienexpertin Pascale Krippendorf
– an Ursula und Dani, die uns in Singapur Logis gewährten und uns auf der Reise in die Halong Bay begleiteten
– und an die Firma Janssen-Cilag für ihre wunderbaren Produkte 😉

Alle Fotos unserer Weltreise sind nun online auf Flickr.

Im Land Gottes

Zum Abschluss unserer Reise flogen wir von Delhi in God’s Own Country, wie sich der südindische Staat Kerala ziemlich unbescheiden nennt.

(Ob Gott weiss, dass Kerala – wie unser Fahrer Shafi behauptete – den höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum weltweit hat? Wir wollten es zuerst auch nicht glauben, bis wir dann ein Handgemenge vor einem offiziellen Liquorshop hautnah miterlebten).

Kathakali Show in Kochi
Traditionelle Kathakali Show in Kochi (ohne Alkoholeinfluss...)

Aber Kerala hat nicht nur Alkohol, sondern auch jede Menge Teeplantagen. Solche hatten wir noch nicht gesehen, umso eindrücklicher daher die hügelige Landschaft um Munnar.

Teeplantagen bei Munnar
Teeplantagen bei Munnar

Darüber hinaus ist Kerala auch das Gewürzparadies Indiens. Egal ob Pfeffer, Kardamom, Kurkuma oder das uns bis dato unbekannte Five Spices – in der Gegend um Periyar wächst alles.

Kerala unterscheidet sich von Nordindien in so ziemlich jedem Punkt. Sprache (Malayalam statt Hindi), Lese- und Schreibfähigkeit der Einwohner (99.8% vs. etwa 40% im Norden) und  Toiletten pro Haushalt (ca. 100%). Und die Männer tragen lustige Röcke, Dhotis genannt.

Mann mit Rock
Mann mit Rock

Auch das Essen ist komplett anders: Hier kommt alles auf den Teller, egal ob Schaf, Huhn oder Kuh. Angenehmerweise spazieren daher auch keine Kühe durch die Strassen. Der private Kochkurs im Hause einer indischen Familie in Thekaddy gehörte zweifellos zu den Highlights unserer Reise. Gegessen wird auch hier mit den Händen.

Meet the Locals
Meet the Locals

Nach der wenig spektakulären, dafür sehr entspannenden Fahrt mit dem Hausboot in den Backwaters von Alleppey…

Hausboot auf Backwaters
Hausboot auf Backwaters

… gings weiter nach Kovalam. Dort verbrachten wir die letzte Woche mit viel Relaxen, Ayurveda (Madame) und ersten Schritten im Golf (Monsieur).

Weitere Impressionen aus Kerala sind auf Flickr zu finden.

Dem Tiger auf der Spur

Aller guten Dinge sind drei, daher hier der dritte und letzte Bericht über unseren Rajasthan-Roadtrip.

Jaipur
Die Pink City ist bekannt für ihre mächtigen Forts, den Palast der Winde (hinter dessen Fassade die Haremsdamen des damaligen Herrschers das Treiben auf der Strasse verfolgen durften) und unzählige Bazars.

Palast der Winde, Jaipur
Palast der Winde, Jaipur

Ranthambore National Park
Auf Empfehlung von Walter’s Reisememo (und auch weil unser Zugticket nach Varanasi immer nur auf Warteliste blieb und zudem Pushkar schon spirituell genug war) wollten wir uns – nach all den Kühen – einen Tiger gönnen.

Zuerst kündigte er sich nur durch seine Spuren an…

Tiger Spuren im Sand
“Deine Spuren im Sand”

…dann schlug der schwarzgesichtige Langur, der sich als blinder Passagier in unseren offenen Bus gesetzt hatte, plötzlich Alarm…

Affiger Beifahrer
Schwarzgesichtiger, blinder Passagier

…die Hirsche verloren ihre Gelassenheit und beendeten ihr Bad…

Springende Hirsche
Fertig gebadet

…und dann war sie da, die bengalische Tigerin (es gibt 36 Tiger im Park, derzeit; wir mussten drei Safaris unternehmen, um endlich einen zu sehen). Leider etwas weit weg von der Linse, aber immerhin.

Tiger Lady
Tiger Lady

Und dann noch das teuerste Geschenk, das einer Frau (die zudem bereits tot war…) je gemacht wurde:

Der Taj Mahal in Agra. Da braucht es keine weiteren Worte mehr…

Taj Mahal von Westen
Taj Mahal von Westen
Sibylle und der Taj
Sibylle und der Taj

Heilige Stadt, heilige Kuh

Liebe Familie, liebe Freunde: Wir bleiben in Indien und kehren nie mehr zurück!

(das ist doch mal ein Einstieg, oder? Madame meint, im letzten Blogeintrag sei zu wenig zum Ausdruck gekommen, wie gut es uns in Indien gefällt, darum soviel zur Klärung: Es ist herrlich hier in Rajasthan. Das (meist vegetarische und sehr günstige) Essen ist ausgezeichnet, der Magen-Darm-Trakt hält sich wacker, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit (und sehr neugierig ggü. uns gora), das Land generell sehr abwechslungsreich und wir sammeln täglich farbenfrohe Eindrücke. Aber die bekannten Klischees stimmen: Auf den Strassen überall kackende Kühe, wirblige Händler und viel Gebettel…)

Verkehrsteilnehmer, Pushkar

Udaipur
Die weisse Stadt oder Stadt der Seen ist derart schön, man möchte sie am liebsten nie mehr verlassen. Es gibt unzählige Paläste und viele Rooftop-Restaurants, von denen man auf den Pichola-See sieht, wo es 1983 schon Roger Moore zu Octopussy’s Lake Palace hinzog (anders als in Vang Vieng läuft darum statt Friends überall der Bond-Streifen).

Udaipur by night

Nicht verpassen sollte man eine Bootsfahrt auf dem See sowie die abendliche Folklore-Show im Bagore Ki-Haveli.

Aber nach 3 Nächten (wir empfehlen ein Seesicht-Zimmer (30$) im Mewar Haveli und insb. dessen Dachrestaurant – dort wartet man auch nicht stundenlang auf Bedienung, Essen und Rechnung wie in vielen anderen Restaurants in Indien) mussten wir dann doch weiter.

Pushkar
Die heilige Stadt ist, wie erwartet, hochgradig spirituell. Alkohol und Fleisch gibt es nicht, dafür barfüssige israelische Hippies, hennagefärbte Damen mittleren Alters im fortgeschrittenen Stadium der Selbstfindung, aufdringliche (selbsternannte?) brahmanische Priester – und eine entspannte, wirklich schöne Atmosphäre am Sarovar-See.

Sarovar Lake Pushkar

Man kann dem ganzen “Gschpürsch-mi” auch ganz gut entfliehen, indem man auf Kamelsafari geht. Oder den Blog aktualisiert 😉

In Pushkar meditieren sogar die Affen!

Hotels und Backpackerabsteigen gibt es viele, aber kaum gute (wir haben uns 9 angesehen…!!). So blieben wir eine Nacht im Seventh Heaven (mit gutem Rooftop-Restaurant) und eine im Dia (die beide Mr Anoop gehören). Das Zimmer im Seventh Heaven war mit 11 Stutz das billigste unserer bisherigen Reise…und hatte trotzdem heisses Wasser, was in Indien nicht immer gegeben ist. Auch das Restaurant Raju am Main Bazaar ist sehr gut.

Weitere Fotos von unserem Rajasthan-Roadtrip sind auf Flickr zu finden.

Roadtrip in Rajasthan

Die letzte Destination unserer Reise ist Incredible India – so der offizielle Slogan, der unserer Meinung nach nicht zuviel verspricht. Aber der Reihe nach.

(New) Delhi
Die Hauptstadt hat mehr zu bieten, als wir erwartet hatten. Insb. die Grabstätte von Humayun (Vorläufer des Taj Mahal) wusste zu gefallen, aber auch die zahlreichen religiösen Stätten der Muslime.
Von einer Buchung des Hotels Pearl raten wir dringend und nachhaltig ab.

Humayun's Tomb, New Delhi

Mandawa
Der erste Stopp unseres Rajasthan-Roadtrips mit Fahrer Vijay führte uns nach ca. 3 Stunden Stau und 5 Stunden Holperpiste doch noch nach Mandawa, wo es einige Havelis und ein Fort zu besichtigen gibt.

Picture? 20 Rupees!

Vom Hotel Heritage Mandawa und insb. dessen Restaurant müssen wir leider ebenfalls abraten.

Bikaner
In etwa drei Stunden erreicht man Bikaner, mit seinem eindrücklichen Fort, einer weltweit bekannten Kamelzucht und – etwas ausserhalb – dem Rattentempel, der im wahrsten Sinne des Wortes ein solcher ist. Incredible, indeed.

Bikaner Camel farm, 357 Kamele (4 Rassen)
Rattentempel

Jaisalmer
Ein Highlight dann Jaisalmer, die goldene Stadt in der Thar-Wüste. Wir nächtigten oben im Fort im Hotel Garh Jaisal, das wir trotz kleiner Mängel und eher hohen Preisen empfehlen – die Aussicht ist unschlagbar.

In Jaisalmer trafen wir den Guide Raju, der uns auf seinem Töff elegant durch die engen Gassen zu den wirklich eindrücklichen Havelis, den Shops seiner Familie und sogar zu einem halb-öffentlichen Juwelen-Grosshändler brachte. Der Familie gehört auch das Restaurant Jaisal Italy, das mit bester Lage und Aussicht besticht. Für indische Küche geht man ins Trio oder ins Monica.

Anderntags besuchten wir den Raj Mahal und einige Jain-Tempel.

Raj Mahal, Fort Jaisalmer

Manche Wüstenkinder, so wurde uns erzählt, warten bis zu ihrem 7. Lebensjahr, um erstmals Regen zu sehen. Bei uns war es schon am 2. Tag soweit. Die Einheimischen feierten das seltene Ereignis ausgiebig – wir wurden so um unseren Kamelritt gebracht, doch die Trauer hielt sich in Grenzen, denn wahnsinnig bequem kann das nicht sein…

Jodhpur
Ueber der blauen Stadt Jodhpur thronen das imposante Mehrangarh Fort und gleich daneben das Mausoleum Jaswant Thada.

Mehrangarh Fort, Jodhpur

Im Kothi Heritage Hotel fühlt man sich fast wie ein Teil der Familie. Wunderbar auch das 40km weiter südlich gelegene Hotel Rohet Garh.

Weitere Fotos unserer ersten eindrucksvollen Woche in Rajasthan sind auf Flickr.

Fortsetzung folgt.